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25. Februar 2007

Ruhr-Jusos: Jugendhilfe-Netzwerk Essen-Nord präsentiert gelungene Integration in Katernberg

Die Ruhr-Jusos, ein Zusammenschluss der Jungsozialisten (Jusos) in der SPD auf Ruhrgebietsebene, waren im Rahmen des Projekts „Migration, Integration und Sozialräume“ vergangene Woche zu Gast in Essen. Aufgabe dieses Projektes ist die Veranschaulichung der Lebensrealität und Besonderheiten in den Städten des Ruhrgebiets, denen ein hoher Migrantenanteil gemein ist. In den einzelnen Ruhrgebietsstädten erfolgt die Veranschaulichung anhand von Positiv- oder Negativbeispiele.

Die Essener Jusos entschieden sich als Gastgeber dieser Veranstaltung für die Vorstellung des Jugendhilfe-Netzwerks Essen-Nord, einem Beispiel für gelungene Integration. Dieses Netzwerk, in dem sich u. a. das Jugendamt, die Arbeiterwohlfahrt, die Polizei und Schulen und die Moscheevereine in Katernberg und Umgebung engagieren, kümmert sich um Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund, die straffällig geworden sind.

Die Veranstaltung der Essener Jusos begann mit einer Begehung des Stadtteils Katernberg. Harald Filip, Fraktionsvorsitzender der SPD in der Bezirksvertretung VI, zeigte den Teilnehmern die positive Stadtteilentwicklung auf, wie z. B. das Triple Z. Im Anschluss daran erfolgte im Rahmen einer zweistündigen Diskussionsrunde die Vorstellung des Jugendhilfe-Netzwerks Essen-Nord.

Die Jugendhilfe in Katernberg startete 1997 als Modellversuch, der präventive Maßnahmen statt nachträglicher Schadensbegrenzung vorsah. Schnell wurde deutlich, dass die Jugendhilfe alleine überfordert war in einem Stadtteil, der sich durch einen Migrantenanteil von nahezu 50 Prozent auszeichnet. Da Katernberg noch vor zehn Jahren die höchste Kriminalitätsrate Essens aufwies und ca. 80 Prozent der Straftaten von Ausländern verübt wurden, stand die Kriminalitätsprävention an erster Stelle. Dies hat sich grundlegend geändert, heutzutage ist die Ausländerkriminalität im Stadtteil nicht mehr erwähnenswert. Nicht zuletzt Dank der Einbindung der Moscheevereine in das Jugendhilfe-Netzwerk: Bei Problemen mit Jugendlichen führt die Jugendhilfe gemeinsame Hausbesuche mit dem Imam durch. Die AWO-Jugendhilfe lebt ihre Idee von Integration, indem sie diese gemeinsam mit muslimischen Instanzen fördert. Heute sind mehr als 120 Personen und Institutionen an dem Netzwerk beteiligt, das im Jahr 2005 den Landespreis für Innere Sicherheit erhielt.
Am 24. März treffen sich die Ruhr-Jusos zu einer weiteren Veranstaltung der Reihen, dann in Gelsenkirchen.