Pressemitteilung

06. Juni 2007

Zukunftsperspektiven für Kinder aus einkommensschwachen Familien werden auch in Essen massiv gefährdet

Andreas Wiemers
Als "niederschmetterndes Urteil für die Kommunalpolitik von CDU und Grünen in Essen" bezeichnet Andreas Wiemers aus dem Vorstand der Essener JungsozialistInnen (Jusos) die Ergebnisse einer Tagung der Ruhruniversität Bochum und des Vereins Pro Ruhrgebiet zum Thema "Neue Armut im Ruhrgebiet" am vergangenen Dienstag. "Bereits die Befunde des NRW-Sozialberichts 2007 zur Kinderarmut in Nordrhein-Westfalen, wonach Kinder und Jugendliche in NRW ein überdurchschnittlich hohes Armutsrisiko haben, waren alarmierend", so Wiemers. "Wenn nun aber auch noch renommierte Wissenschaftler wie Prof. Strohmeier (Universität Bochum) der lokalen Politik attestieren, sie
kümmere sich zu wenig um Armut, ist das auch ein Schlag ins Gesicht von CDU-Oberbürgermeister Reiniger und der schwarz-grünen Ratsmehrheit in Essen", sagte das Juso-Vorstandsmitglied.

Auf der Fachtagung wurde kritisiert, dass die derzeit diskutierten Kleinkindbetreuungsangebote und Ganztagsschulen für die so genannte Mittelschicht konzipiert seien und keine Lösungsansätze zur Bekämpfung der Armutsspirale enthielten, berichtete Wiemers. "Dies unterstreicht auch unsere Kritik an der Einführung des Drei-Klassen-Ganztags an den Essener Ganztagsschulen. Hier wird Quantität statt Qualität praktiziert und Problemstadtteile werden mit einem
niedrigschwelligen Angebot abgespeist", kritisiert der Juso-Vertreter deutlich. "Und was dann ausnahmsweise die Stadt nicht verbockt, holt die schwarz-gelbe Landesregierung nach", stellte Wiemers mit Blick auf den Entwurf für ein neues Kinderbildungsgesetz fest. "Das gestaffelte Betreuungszeitenmodell bevorzuge auch wieder nur die Mittel- und Oberschicht. Eltern aus einkommensschwachen Familien hingegen werden gucken müssen, wie viel Betreuung sie sich für ihr Kind überhaupt noch leisten können", legt Wiemers abschließend dar.