intern

23. Januar 2008

Bekämpfung von Kinderarmut: Jugenddezernent verteilt Verbal-Placebos

Bestürzt reagiert der stellvertretende Vorsitzende der Essener Jungsozialisten (Jusos), Manuel Schmidt, auf die Veröffentlichung des Statistikamtes der Stadt Essen, wonach 27.000 Kinder und Jugendliche in Essen von Sozialhilfe und Hartz IV leben. „Dass die Zahl gegenüber 2005 noch um 1.000 Kinder und Jugendliche angestiegen ist, ist ein Armutszeugnis für die selbsternannte ‚Großstadt für Kinder’ und schlichtweg peinlich für CDU und Grüne in dieser Stadt“, kritisiert Schmidt scharf.

„Auf Kosten der Kinder und Jugendlichen in Essen haben CDU und Grüne die falschen politischen Schwerpunkte gesetzt und zu wenig zur Bekämpfung der Kinderarmut in Essen getan“, so Schmidt. Wenn Jugenddezernent Peter Renzel (CDU) nun zur Armutsprävention die Bildungspolitik ausruft, sei dies nach Auffassung von Schmidt sicherlich löblich, aber letztendlich nur ein Placebo. „Der politische Alltag in Essen spricht eine andere Sprache“, so der Jungsozialist und verweist exemplarisch auf die Einführung des Drei-Klassen-Ganztags an den Essener Ganztagsschulen. „Hier wird Quantität statt Qualität praktiziert und Problemstadtteile werden mit einem niedrigschwelligen Angebot abgespeist. Es kann einem also nur angst und bange werden, wenn Herr Renzel nun ausgerechnet nach einer vernünftigen Bildungspolitik ruft“, sagt Schmidt. „Dies gilt umso mehr, wenn man bedenkt, dass die CDU auf Landesebene ein Schul- und Bildungssystem manifestiert, dass selbst nach Ansicht konservativer Wissenschaftler die bestehende Ungleichheit der Gesellschaft zementiert“, so Schmidt abschließend.